Musik von Komponistinnen

Das nächste Konzert:

10.11.2018, 19.30 Uhr
St. Paul:
Orgel & Chor: Stadt im Licht

mit Orgelmusik von Dorothea Hofmann: Kreuzweg (Uraufführung)
Sirka Schwartz-Uppendieck (Orgel)

Komponistinnen in Fürth: Aktuelle Projekte

Judith-Lieder im Komponistinnenkonzert
Am Samstag, dem 17. März 2018 meldet sich um 18 Uhr in St. Michael Fürth (Kirchenplatz, U1 Rathaus) eine der prominentesten Frauengestalten der Bibel musikalisch zu Wort: Judith, die den Gewalttäter Holofernes zur Strecke bringt. Liest sich diese Geschichte in den Zeiten von #MeToo anders als sonst? Sirka Schwartz-Uppendieck hat für ihr 19. Fürther Komponistinnenkonzert zwei spannende musikalische Judith-Portraits ausgesucht, die gegensätzlicher kaum sein könnten.
Da ist erstens eine hochvirtuose barocke Kantaten-Version, geschrieben von Élisabeth Jacquet de la Guerre im Jahr 1708: ein rhetorisches Klangfeuerwerk, das den Tyrannenmord feiert. „Diese Sicht klingt befreiend, und zugleich bleiben Fragen offen“, sagt Schwartz-Uppendieck. „Ist Judith bei ihrer Tat ein Werkzeug Gottes? Und wenn ja, wie fühlt sich das für sie selber an?“
Antworten darauf gibt das zweite Werk des Abends. Es ist brandneu: die „Judith-Lieder“ op. 90 von Tina Ternes (Foto) auf Texte von Michael Herrschel entstanden Ende 2017 und erleben nun im Komponistinnenkonzert ihre Uraufführung. Ternes und Herrschel warten mit Überraschungen auf: Judith hört keine himmlischen Befehle, sondern wird von Holofernes’ Schwert in ein Gespräch verwickelt und gerät dadurch selbst in Lebensgefahr. Die Musik von Tina Ternes ist mitreißend, suggestiv, voller sprechender Klanggesten. Mit rhythmischem Groove und schwarzem Humor schildert die Komponistin das Fest bei Holofernes („Danse macabre“), Judiths Dialog mit dem Schwert („Der Kopf“) und das emotionale Chaos nach der Tat. Die Liedtexte können Sie hier lesen.
Im Komponistinnenkonzert treten auf: Andrea Wurzer (Sopran), Maria Schalk (Violine), Michael Herrschel (Erzähler) und Sirka Schwartz-Uppendieck an zwei verschiedenen Tasteninstrumenten: Die Judith-Lieder begleitet sie auf dem Klavier, die barocke Kantate auf einer Truhenorgel. Mit letzterer verbindet sich eine buchstäblich „brandaktuelle“ Geschichte: Das Instrument überdauerte 2014 die Feuersbrunst in der Nürnberger Marthakirche. Nun steht es, liebevoll restauriert, der Kirchenmusik Fürth zur Verfügung und ist zum ersten Mal wieder in einem Konzert zu hören.
Und weil Sirka Schwartz-Uppendieck Wert darauf legt, Altes und Neues bewusst aufeinander zu beziehen, stehen in diesem Konzert die Judith-Kompositionen von Ternes und Jacquet de La Guerre auch nicht als zwei getrennte Blöcke hintereinander, sondern werden ineinander verzahnt. Die moderne Sichtweise unterbricht an drei Stellen die barocke Erzählung, „hakt ein, mischt sich ein. Und das Publikum ist herzlich eingeladen zum Mitfiebern und Miterleben!“
Der Eintritt zum Komponistinnenkonzert ist frei, Spenden sind willkommen.

Musik von Komponistinnen: in Fürth zu hören

Fanny Mendelssohn

Unter der künstlerischen Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck wurden seit 1997 über 200 Werke von Komponistinnen des 12. bis 21. Jahrhunderts in Fürth einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Fürther Komponistinnenkonzerte bilden seit Februar 2000 einen Schwerpunkt im kirchenmusikalischen Jahresprogramm. Auch in anderen Konzertreihen und in Gottesdiensten ist die Musik von Komponistinnen ein selbstverständlicher Teil des Fürther Repertoires geworden.

Nähere Angaben zu den Werken finden Sie in unserer doppelten Aufführungsliste (alphabetisch nach den Namen und chronologisch nach den Geburtsjahren der Komponistinnen geordnet).