Neue Musik

Das nächste Konzert:

26.11.2017, 17.00 Uhr
Auferstehungskirche:
Klavierkonzerte & Katharina-Szenen  
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Mit Orchesterlied-Uraufführungen von Dorothee Eberhardt (Revolte) und Lorenz Trottmann (Glasbild mit Steinen, Texte: Michael Herrschel)
Laura Demjan (Sopran), Farrenc Ensemble, Bernd Müller (Dirigent), Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier & Leitung)

Aktuelle Projekte

Klavierkonzerte & Katharina-Szenen  
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Im Mittelpunkt des Abschlusskonzerts der Kirchenmusiktage am Sonntag, dem 26. November 2017 um 17 Uhr in der Auferstehungskirche stehen zwei Orchesterlieder, die neue Perspektiven auf die Lebensgeschichte von Katharina von Bora eröffnen: ihre Flucht aus dem Kloster („Revolte“ von Dorothee Eberhardt) und ihre Hochzeitsnacht in Wittenberg („Glasbild mit Steinen“ von Lorenz Trottmann, Texte: Michael Herrschel). Die Rolle der Katharina gestaltet die Sopranistin Laura Demjan von Staatstheater Nürnberg (Foto). Es musiziert das Farrenc Ensemble unter Leitung von Bernd Müller (Dirigent) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier).
Die Uraufführungen erklingen im Wechsel mit barocker, klassischer und frühromantischer Musik für Klavier und Orchester: Von Bachs mitreißender Sinfonia-Ouvertüre aus der Kantate BWV 146 spannt sich der Bogen über das Allegro aus dem d-moll-Konzert von Mozart bis hin zum entfesselten Rondo aus dem C-Dur-Konzert von Beethoven – Aufbruchstimmung pur!
Karten für 15 (ermäßigt 12) Euro gibt es an den Zeitungs-Abo-Card-Vorverkaufsstellen in Fürth und Nürnberg und hier unter www.reservix.de.

Faszinierende neue Klänge

„Neue und unbekannte Musik verdient Förderung“, sagt Sirka Schwartz-Uppendieck. „Dazu leiste ich gerne meinen Beitrag. Und ich freue mich über Diskussionen und neue Perspektiven, die sich daraus ergeben. So bleibt die Kirchenmusik lebendig!“

Die gebürtige Hamburgerin hat als Organistin, Pianistin und Ensembleleiterin schon viele spannende Kompositionen aus der Taufe gehoben. Aus ganz Deutschland sowie aus Österreich, Italien und Spanien kommen die Komponistinnen und Komponisten, die auf Einladung von Sirka Schwartz-Uppendieck eine bedeutende Reihe von Vokal- und Instrumentalwerken geschaffen haben: Oratorien, Kantaten, Lieder und Szenen über Schlüsselfiguren der Bibel (Debora, Hulda, David, Maria Magdalena) und der Kirchengeschichte (Argula von Grumbach, Katharina von Bora, Olympia Fulvia Morata), neue Musik für Orgel, neue Klavierkonzerte, Raumklang-Kammermusik und vieles mehr.

Die gewählten Themen sind ebenso vielfältig wie die künstlerischen Handschriften. Hinzu kommen noch Uraufführungen von Kolleginnen und Kollegen, auch aus der Zeit vor 1996/97. Die Uraufführungsliste „Neue Musik im Dekanat Fürth“ wird fortlaufend ergänzt.

Parallel wird dokumentiert, welche Beiträge die Fürther Uraufführungen zum musikalischen Repertoire leisten: in einer doppelten Übersicht erscheinen die neuen Werke sowohl nach Besetzungen als auch nach thematischen Stichworten geordnet.

Das musikalische Repertoire für Kirche und Konzertsaal ist niemals abgeschlossen – es wächst und verändert sich mit unseren Erfahrungen und unserer Entdeckungslust.

Chronik

2017  

Katharina.Schatten.Spiel
Ein spannendes Live-Hörspiel mit neuer Musik wurde im Rahmen der Fürther Kirchenmusiktage am 11. November 2017 im Atelier in der Alten Kirche (Blumenstraße 33, Fürth) uraufgeführt: „Katharina.Schatten.Spiel“, eine Gemeinschaftsproduktion des Autors Michael Herrschel mit der jungen koreanischen Komponistin Yulim Kim (Foto). Yulim Kim ist Absolventin des Masterstudiengangs Komposition an der Hochschule für Musik Nürnberg.
Als Protagonistin im „Katharina.Schatten.Spiel“ leiht die Schauspielerin Michaela Domes Luthers Frau Katharina von Bora ihre Stimme. Sie wird zum neugierigen Kind im Klostergarten, zur leidenschaftlichen Tänzerin, zur resoluten Hauswirtin in Wittenberg – und das alles ohne Kostüm und Maske, nur mit der fantasieanregenden Kraft von Wort und Musik. Michael Herrschel und Yulim Kim zünden in ihrem Hörstück ein Feuerwerk neuer Ideen. Für den musikalischen Groove sorgt Sirka Schwartz-Uppendieck (Keyboard & Leitung) in Jazztrio-Formation mit Markus Rießbeck (Saxophon) und Werner Treiber (Percussion).

Freiheitsmusik für Vibraphon & Orgel
Im „Freiheits-Gottesdienst“ am 26. Februar 2017 in St. Michael erklang die Uraufführung eines Stückes, das sich mit Luthers Text „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ befasst: „Erkenntnis“ von Uwe Strübing, mit Axel Dinkelmeyer (Vibraphon) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Orgel).

Farben der Unendlichkeit für Orgel & Stimme
Die Klangfarbenspektren der Hauptorgeln von St. Michael und St. Paul kamen im Passionskonzert am Samstag, dem 1. April 2017 und im Themengottesdienst am folgenden Tag zu voller Entfaltung. Sirka Schwartz-Uppendieck (Orgel) und Michael Herrschel (Stimme) stellten zwei Werke vor, die extreme Dramatik mit subtilen Nuancen verbinden: den Zyklus „Die sieben Todsünden“ und das Rezital „Cave cave Dominus videt“ von Horst Lohse.

Magdalenen-Lieder im Gottesdienst
Im Themengottesdienst am 7. Mai 2017 in St. Paul gestalteten Andrea Wurzer (Sopran), Marion Ludwig (Flöte) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier) die Uraufführung der „Magdalenen-Lieder“ von Tina Ternes (Musik) & Michael Herrschel (Text). Maria Magdalena ist nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums die erste Zeugin der Auferstehung Jesu und eine wichtige Apostelin der frühen Christenheit.

Gesang der Argula - im Auferstehungskonzert
Eine Frau entdeckt ihre eigene Stimme und bricht das ihr verordnete Schweigen: Darum geht es im „Gesang der Argula“ von Tina Ternes (Musik) & Michael Herrschel (Text), der im Auferstehungskonzert am 12. Mai 2017 in der Auferstehungskirche uraufgeführt wurde. Der „Gesang der Argula“ ist eine Hommage an das Leben der Reformatorin Argula von Grumbach. Die rhythmisch-fetzige, emotionale und wilde Musik vermittelt pure Aufbruchstimmung. Andrea Wurzer (Sopran) sang die Rolle der Argula, das Farrenc-Ensemble (2 Oboen, 2 Hörner & Streichorchester) musizierte unter der Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier).

Monika Roscher: Apocalyptic Groove 
Monika Roscher goes Classic: Die bekannte Komponistin und Bandleaderin hat ein Chorwerk geschaffen, das am 2. Juni 2017 im Rahmen des Theaterstücks „Luther“ in der Stadtkirche Langenzenn uraufgeführt wurde. Die Komposition mit dem Titel „Dies irae“ (Tag des Zorns) suggeriert in pulsierenden, groovenden Klängen die Angst des jungen Martin Luther vor dem Jüngsten Gericht. Es sangen und musizierten die Kantorei Langenzenn, Matthias Lindermayr & Stefan Schalanda (Trompeten), Christine Harris & Christoph Müller (Posaunen), Axel Dinkelmeyer (Pauken), Sirka Schwartz-Uppendieck (Orgel) und Markus Simon (Bass & Leitung).

Doppelposaunen- und Sousaphon-Performance mit Gérard Buquet
Am 27. Juni 2017 gastierte ein prominenter Vertreter der französischen Neue-Musik-Szene in der Auferstehungskirche: Gérard Buquet, Professor am Conservatoire de Paris. Zusammen mit der Karlsruher Künstlerin Anja Wiebelt präsentierte er als Uraufführung die Performance „Fluxus temporis“ (Strom der Zeit), als Teil des Kunstprojekts zum Reformationsjubiläum, in einer Kooperation der Kirchenmusik Fürth mit der Galerie in der Promenade Fürth.

Donum divinum - Orgelkonzert nach Lutherchorälen
Zum Reformationsjubiläum hat die Komponistin Dorothea Hofmann ein Orgelkonzert über Luther-Choralmelodien geschrieben. Frei nach dem Ausspruch „Musik ist die beste Gottesgabe“ trägt es den Titel „Donum divinum“. Die Uraufführung gestalteten Sirka Schwartz-Uppendieck und das Elisen Quartett im Rahmen des Sommernachtskonzerts am 30. Juni 2017 in St. Paul.
Dorothea Hofmann schreibt im Vorwort zu ihrer Komposition:
„Martin Luther hatte ein inniges Verhältnis zur Musik. Nicht nur sang er gerne selbst, wusste auch die Laute zu spielen, und komponierte und vor allem dichtete zahlreiche Kirchenlieder – er entwickelte auch in zahlreichen Äußerungen sein dezidiert theologisch-praktisches Verhältnis zur Musik: Die Musik existiert seit Anbeginn der Schöpfung – ab initio mundi – und es gibt Nichts ohne Klang oder ohne Proportion der Töne – nihil sine sono, seu numero sonoro. Wunderbar ist die Musik der Lebewesen, besonders der Vögel – musica in animantibus – und die polyphone Figuralmusik gleicht himmlischen Reigentänzen – divina quaedam chorea. Musik ist die Herrin und Lenkerin der menschlichen Gefühle – domina et gubernatrix affectuum humanorum – und ‚Es ist nichts krefftiger, denn die Musica‘, denn sie vertreibt den Teufel – quia fugat diabolum – und rottet ihn schließlich ganz aus: ‚dem Teuffel sie sein Werck zerstört‘. Musik ist die göttliche, ganz außerordentliche Gabe - Donum divinum et excellentissimum.“

Ackermann-Musik zu Gast in Prag
Am 14. Oktober 2017 gastierte Sirka Schwartz-Uppendieck an der Orgel der St.-Antonius-Kirche Prag mit der Bühnenmusik „Der Ackermann aus Böhmen“ von Dorothea Hofmann. Diese Komposition, die 2015 in der Fürther Michaelskirche uraufgeführt wurde, korrespondiert mit dem mittelalterlichen Dialog-Drama „Der Ackermann und der Tod“. Die Rollen der beiden Kontrahenten übernahmen, wie schon in Fürth, die Schauspieler Heiko Ruprecht und Michael Vogtmann. Das Ackermann-Gastspiel fand statt als Kooperationsveranstaltung des Adalbert-Stifter-Vereins mit der Repräsentanz des Freistaates Bayern in der Tschechischen Republik, der Sdružení Ackermann-Gemeinde, dem Prager Literaturhaus und dem Evangelischen Bildungswerk Fürth. Weitere Informationen siehe im zweisprachigen Veranstaltungsflyer.  

2016

Himmlische Klänge auf 500 Saiten
Eine musikalische Winterwanderung für wache Ohren war am 27. November 2016 um 17 Uhr in der Auferstehungskirche zu erleben: mit faszinierender Musik für Konzertflügel und sechs Konzertharfen. Aus dem Klang der insgesamt über 500 schwingenden Saiten entstanden Fantasiebilder - Schneeflockentanz, Quellenrieseln, knirschendes Eis unter den Füßen. Die Bilder verdichteten sich am Schluss zu einem modernen Märchen: „Harfenwald“ von Uwe Strübing (Musik) und Michael Herrschel (Text), interpretiert von Claire Augier de Lajallet, Anna-Maria Frankenberger, Maria-Theresa Freibott, Catharina Mothes, Laurence Tercier, Siard Walter (Harfen), Michael Herrschel (Erzähler) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier & Leitung). Begleitend zum Konzert fand eine Kunstaktion von Petra Annemarie Schleifenheimer statt: „Eisblumenblau“.

Nachtschwärmer-Chansons
Ganz im klassischen Chanson-Ton, und doch überraschend frech und neu: so klingen die Paris-Lieder des Komponisten Claude Roth (*1961) nach Texten von Robert Desnos (1900-1945). Über diesen Autor, der sein Engagement in der Résistance mit dem Leben bezahlte, sagte sein Kollege Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war er der unmittelbarste, der freieste!“ Michael Herrschel und Sirka Schwartz-Uppendieck hoben am 18. November 2016 im Rahmen ihres Programms „Glaube, Liebe Sehnsucht“ im Nachtschwärmerfoyer des Stadttheaters Fürth die ersten beiden Desnos-Chansons von Claude Roth aus der Taufe – eine Fortsetzung ist für März 2018 geplant.

Debora-Oratorium
Energie, Impulsivität und eine kämpferische Einstellung zum Leben: das kennzeichnet die Werke, die Sirka Schwartz-Uppendieck für das Sommernachtskonzert am 2. Juli 2016 in St. Paul auswählte. Zur Eröffnung erklang auf dem Vorplatz der Kirche der dem „March of the Women“ von Ethel Smyth. (bekannt aus dem Film „Suffragette“) in einer Fassung für Posaunenchor von Karin Mehring.In der Kirche folgte das Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken von Francis Poulenc. In diesem mitreißenden Werk, das stilistisch zwischen Romantik und Moderne steht, konnte Sirka Schwartz-Uppendieck die Farbenfülle der Walcker-Orgel voll ausloten.Den Abschluss des Abends bildete das Oratorium „Debora“ von Dorothea Hofmann (Musik) und Michael Herrschel (Text), ein konzertantes Drama für Soli, Chor, Orgel, Posaunenchöre und Orchester. Vorlage für die Handlung ist eine Erzählung aus dem biblischen Buch der Richter und Richterinnen (Kapitel 4-5):Unter dem Oberkommando der Richterin Debora zieht der israelitische General Barak in den Krieg gegen Kanaan. Vergeblich versucht er den feindlichen General Sisera zu fangen und zu töten. Diese Aufgabe übernimmt eine Frau namens Jaël: Sisera dringt in ihr Zelt ein – und als er schläft, schlägt sie ihm einen Pflock durch die Schläfe. Das Volk bejubelt ihre Tat. Aber wie fühlt es sich für sie selber an, einen Menschen getötet zu haben? Was empfinden Barak und Sisera, die Tausende auf dem Gewissen haben? Welche Haltung nimmt Debora, als Oberste des Volkes, ein? Sie sucht nach Gerechtigkeit: Wie passt das zum Krieg? 2013 wurde das Oratorium „Debora“ bei den Fürther Kirchenmusiktagen uraufgeführt. Jetzt erklang erstmals die große Fassung mit Chor. Die Richterin und Prophetin Debora wurde von der Sopranistin Monika Teepe gesungen, Jaël von der Altistin Jennifer Arnold. Markus Simon war in einer Doppelrolle als Barak und Sisera zu erleben. Die Chorpartien gestaltete das von ihm geleitete Vokalensemble Langenzenn. Es spielte das Kammerorchester KlangLust! mit Bernd Müller als Dirigenten. Zusätzliche klangliche Akzente im Oratorium setzten drei Fürther Posaunenchöre unter Leitung von Karin Mehring und Sirka Schwartz-Uppendieck an der Orgel.

2015

Neue Musik: Biblische Bilder
Das Abschlusskonzert der Kirchenmusiktage am 22. November 2015 in der Auferstehungskirche erhielt seine besondere Dynamik durch das lebhafte Miteinander von neuer Musik, neuen Texten und sowohl historischen als auch neuen Bildern, die sich gemeinsam auf biblische Themen bezogen. Vier Kompositionen wurden uraufgeführt, zwei davon als dramatische Szenen vor Lichtbühnenbildern der Fürther Künstlerin Petra Annemarie Schleifenheimer (ausführliche Beschreibung siehe hier).
Damit wurde das Jahresthema der Lutherdekade – „Bild und Bibel“ – zeitgemäß weiterentwickelt: Nicht nur in der Vergangenheit fanden biblische Geschichten Eingang in die Bildende Kunst – in Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen, die unsere Vorstellung von diesen Geschichten und den Personen, die in ihnen auftreten, prägen –, sondern auch heute wird, in vielfältigen historischen Brechungen, über diese Stoffe nachgedacht. Erinnerung und Gegenwart wirken zusammen. Sie regen die Fantasie an, weiterzudenken, sich eigene Bilder, eigene Gedanken zu machen.
Im Konzert verbanden sich alte und moderne „Biblische Bilder“ mit fulminanten, rhythmisch packenden und atmosphärisch dichten Klängen. Unter der Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier) erklangen Werke von…
Uwe Strübing (Fürth): Die Apokalyptischen Reiter (2009)
• siehe dazu das Bild aus dem Beatus-von-Osma-Codex: Die vier Reiter der Apokalypse (11. Jahrhundert)
Lorenz Trottmann (Nürnberg): Lilith (2015, Uraufführung). Text: Michael Herrschel
• siehe dazu das Bild von Petra Annemarie Schleifenheimer: Nächtliche Frage (2014)
Halvor Gotsch (Hamburg): „Mich wundert, dass ich fröhlich bin…“ (2015, Uraufführung)
• siehe dazu das Bild von Hans Memling: Johannes schaut auf Patmos die Visionen der Offenbarung (1479; Detail siehe hier)
Hans Gebhard (Hamburg): Der verlorene Sohn (2015, Uraufführung)
• siehe dazu das Bild von Rembrandt: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (1666-69)
Dorothea Hofmann (München): Hulda (2015, Uraufführung). Text: Michael Herrschel
• siehe dazu das Bild von Petra Annemarie Schleifenheimer: Entfachte Debatte (2015)
• und das Bild auf einer israelischen Briefmarke: Hulda (1984)

Portraitkonzert Holmer Becker
„Abendrot – Morgenrot“: unter diesem poetischen Motto stand ein Konzert zum 60. Geburtstag des Fürther Komponisten Holmer Becker am 18. November 2015 im Schloss Burgfarrnbach.
Musik des Jubilars – von „Nachtstücken“ bis hin zur expressiven Konzertarie „Du hochgebaute Stadt“ (2012) – trat dabei in einen spannenden Dialog mit Liedern und Kammermusik von Komponistinnen der Romantik. Unter der Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier) sangen und musizierten: Andrea Wurzer (Sopran), das Holzblasquintett vierpluseins – Wolfgang Auer (Flöte), Verena Hillenbrand (Oboe), Stefanie Brunner (Klarinette), Angelica Zingerle (Fagott) und Mirjam Alards (Horn) – sowie Axel Dinkelmeyer (Pauken). Durch den Abend führte Michael Herrschel. Das Konzert fand im Rahmen der 52. Fürther Kirchenmusiktage statt.

Der Ackermann aus Böhmen
Dramatische Musik für Orgel hat Sirka Schwartz-Uppendieck am 17. Oktober 2015 in St. Michael uraufgeführt: „Der Ackermann aus Böhmen“ von Dorothea Hofmann. Der Titel bezieht sich auf den Dialog „Der Ackermann und der Tod“ von Johannes von Tepl (~1350-1414), eines der frühesten Zeugnisse neuhochdeutscher Literatur. Dieser Text, in einer Einrichtung von Michael Vogtmann und Matthias Heilmann, wurde im Wechselspiel mit der Musik von Dorothea Hofmann zu einer spannenden Theateraufführung. Die Handlung: Der Ackermann (Heiko Ruprecht) ist wütend und verzweifelt. Er will den Tod (Michael Vogtmann) verklagen, weil dieser ihm seine Frau genommen hat. Der Tod verteidigt sich: kalt, verstandesmäßig, zynisch. Am Ende spricht Gott ein Urteil…
Nach dem großen Erfolg der Uraufführung wurde die „Ackermann“-Produktion in der Spielzeit 2016/17 vom Stadttheater in Zusammenarbeit mit der Kirchenmusik Fürth wiederaufgenommen. Die Reprise fand am 22. Oktober 2016 in St. Michael statt, mit den Mitwirkenden der Uraufführung.
 die konzertante Erstaufführung der „Ackermann“-Musik.
Zwei Sätze, die in der Inszenierung nicht komplett  verwendet wurden, erklangen erstmals im Rahmen der konzertanten Uraufführung des Werkes am 20. November 2016 in St. Paul, im Rahmen der 53. Fürther Kirchenmusiktage. Sirka Schwartz-Uppendieck spielt den „Ackermann“-Zyklus an der großen Walcker-Orgel, Michael Herrschel gab dazu die Stichworte aus dem Text von Johannes von Tepl.

2014

Neue Kantate über die Reformatorin Olympia Fulvia Morata
Am 30. November 2014 durchschritt das Publikum in der Auferstehungskirche orchestrale Landschaften. Unter dem Motto „Schön und Neu: Himmlische Saitenspiele“ fand das 15. Fürther Komponistinnenkonzert (zugleich Abschlusskonzert der 51. Fürther Kirchenmusiktage) statt: mit Adventschorälen für Kinderchor und Harfe, mit klassischen und romantischen Solokonzerten für Klavier und Orchester – und, als Höhepunkt, mit der Uraufführung der Kantate „Olympia Fulvia Morata“ von Dorothea Hofmann (Musik) und Michael Herrschel (Text).
Olympia Fulvia Morata ist eine Zeugin christlichen Glaubens und humanistischer Gelehrsamkeit mitten in den Konfessionskriegen des 16. Jahrhunderts. Die Kantate ist eine poetisch-freie Hommage an ihre Lebensgeschichte. Legendenhaft umkreisen zwei Stimmen – Olympia als Jugendliche und als Erwachsene – den Moment, der dieses kurze Leben in ein Vorher und ein Nachher teilt: den Übergang ins Exil, das Überschreiten der Grenze zwischen vertrauter und fremder Umgebung. Vorher: das Wunderkind am Fürstenhof in Ferrara, aufgewachsen unter Fürstenkindern als Tochter des reformatorisch gesinnten Hauslehrers. Eine junge Dichterin, der alles zufliegt und die sich alles traut. Nachher: die Exilantin, die sich in der deutschen Sprache und auf den Schlachtfeldern der Konfessionskriege nicht zurechtfindet, und die darum die antiken Sprachen wie ein schützendes Schneckenhaus mit sich herumträgt. Eine christliche Humanistin und würdige Erbin antiker Poesie, die wohl in Heidelberg zur ersten deutschen Professorin geworden wäre, wenn nicht ein früher Tod sie ereilt hätte.
Die Uraufführung gestalteten: Khrystyna Pichkurenko (Sopran), Maria van Eldik (Mezzosopran), CanteMania (der Jugendchor der Sing- und Musikschule Erlangen), Laurence Tercier (Harfe), die Pegnitzschäfer-Klangkonzepte, Christian Gabriel (Dirigent) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier & Gesamtleitung).

Maria Magdalena und ein Osterchoral
oder: Wie klingt ein Sonnenuntergang?
Mitsing-Aktion: Liturgischer Chor im Auferstehungskonzert

Einstimmige Psalmengesänge in sinfonischem Kontext standen im Mittelpunkt des Projekts „Offener Liturgischer Chor“, zu dem Sirka Schwartz-Uppendieck im Frühjahr 2014 einlud: „Wir singen Ausschnitte aus dem Abend- und dem Nachtgebet des Evangelischen Gesangbuchs – eingebettet in eine Kantate über Maria Magdalena, die erste Zeugin der Auferstehung.“
In dieser Kantate, die von Uwe Strübing komponiert und im Auferstehungskonzert am 10. Mai 2014 uraufgeführt wurde, singt der Liturgische Chor „im Abendlicht“, umgeben von sanften Akkorden des Streichorchesters und der Orgel, und von leisen Rufen der Waldhörner und der Flöte.
Als weitere Uraufführung mit österlicher Thematik präsentierte Sirka Schwartz-Uppendieck zuvor das Konzert für Klavier und Streichorchester von Dorothee Eberhardt, mit freier Bezugnahme auf den Choral „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“.

2013

Debora-Oratorium: Auf, macht euch auf!
Am 17. November 2013 erlebte in der Auferstehungskirche das Oratorium „Debora“ von Dorothea Hofmann (Musik) und Michael Herrschel (Text) seine Uraufführung: als Hauptwerk eines Festkonzerts im Rahmen der 50. Fürther Kirchenmusiktage.
In diesem Oratorium wird die Geschichte der biblischen Richterin Debora (Richter 4) aus einer freien, modernen Perspektive erzählt und mit kritischen Fragen konfrontiert: Warum führen Menschen Krieg gegeneinander? Gibt es einen gerechten Krieg? Was ist Gerechtigkeit, und wie kann sie verwirklicht werden? Die Richterin Debora hat in Friedenszeiten zwischen streitenden Parteien vermittelt. Ein Krieg gegen Kanaan droht alle ihre Pläne zu zerstören. Auch der Feldherr Barak erlebt ein Scheitern: Ruhm und Besitz bleiben ihm versagt. Verwirrt von unerwarteten Ereignissen, wagen die Menschen am Ende einen Neuanfang.
Bei der Uraufführung von „Debora“ wirkten mit: Monika Teepe (Sopran), Jennifer Arnold (Alt) und Markus Simon (Bass) in den Solopartien, das Farrenc Ensemble (Dirigent: Christian Gabriel), Sirka Schwartz-Uppendieck (Orgel und künstlerische Gesamtleitung) und ein eigens für dieses Projekt ins Leben gerufener, gemeindeübergreifender „Debora-Posaunenchor“, in dem Bläserinnen und Bläser aller Altersgruppen Gelegenheit bekamen, spannende neue Musik aktiv mitzugestalten: kurze, festliche Fanfaren in einem Werk von opernmäßiger Dramatik. Der Posaunenchor erklingt im Oratorium „Debora“ an exponierten Stellen, mit maximaler Wirkung. So gleich am Anfang, wenn die Herolde singen: „Auf, macht euch auf!“

Orgelmusik des 21. Jahrhunderts
Am 10. November 2013 eröffnete Sirka Schwartz-Uppendieck an der Späth-Orgel der Auferstehungskirche den Ökumenischen Orgelspaziergang im Rahmen der 50. Fürther Kirchenmusiktage. In spannender Gegenüberstellung präsentierte sie neue Werke von zwei fränkischen Komponisten der Gegenwart:
• Meditation um d’ (2013) von Werner Heider
• Cave cave Dominus videt (2011/12) von Horst Lohse.

2012

Bilder aus Jerusalem
Vier neue Lieder für Sopran und Kammerensemble bot das Abschlusskonzert der 49. Fürther Kirchenmusiktage am 25. November 2012 in der Auferstehungskirche: dramaturgisch fein aufeinander abgestimmte Kompositionen von Holmer Becker („Du hochgebaute Stadt“), Christian Gabriel („Verheißung der Glocken“), Lorenz Trottmann („Die Waisen“) und Horst Lohse („Fremder Vogel“). Michael Herrschel, der die Texte zu diesem Gemeinschaftsprojekt schrieb, stellte im Einführungsgespräch die Komponisten dem Publikum vor. Im Konzert gab es dann ein impulsives Hin und Her zwischen Romantik und Gegenwart: die drei Sätze des packenden Klaviersextetts von Louise Farrenc erklangen im Wechsel mit den neuen Vokalwerken, die in der Tradition der biblischen Reise- oder Wallfahrtspsalmen stehen: Unruhe und Friedenssehnsucht ist ihre Botschaft. Hilferufe und Segenswünsche werden in diesen Werken artikuliert, Bilder vom irdischen und vom himmlischen Jerusalem erscheinen vor dem inneren Auge. Unter der künstlerischen Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck gestalteten Monika Teepe und das hochkarätig besetzte Ensemble „Les esprits follets“ diese faszinierende Uraufführungs-Reihe.

Wurzeln der Psalmen
Am 16. November 2012 gastierten die 49. Fürther Kirchenmusiktage mit Musik für Sopran, Harfe & Orgel in der Paul-Gerhardt-Kirche in Stein-Deutenbach. „Lieder aus der Tiefe der Zeit - Psalmen und Choräle“: so lautet das Motto des Festivals. Aber wer hat die Psalmen eigentlich geschrieben? War es König David? Oder waren es viele unbekannte Menschen, deren Lieder und Gebete „ins Buch des Königs geflossen sind“? Dieser Frage spürt der Autor Michael Herrschel in einer spannenden Folge von Gedichten nach, die von mehreren Komponisten in Musik gesetzt wurden: von Jan Friedrich Ramb („Bilder des schlafenden Hirtenknaben David“, Uraufführung), Volker Felgenhauer („Am Fluss“, Uraufführung), Johannes Brinkmann („Feuerlied“, Uraufführung) und Uwe Strübing („Aria“). Der Autor und die Komponisten gaben im Werkstattgespräch Einblick in die Entstehung der Stücke. Die Opernsängerin Monika Teepe (Sopran), Laurence Tercier (Harfe) und Sirka Schwartz-Uppendieck (an der Friedrich-Orgel) kombinierten die neuen Lieder beziehungsreich mit romantischen Psalmvertonungen. Mit dem Konzert wurden zugleich zwei festliche Anlässe begangen: Seit 700 Jahren werden in Deutenbach nachweislich Gottesdienste gefeiert, und vor 20 Jahren wurde die heutige Paul-Gerhardt-Kirche eingeweiht.

Leuchtende Orgelfarben
Als Botschafterin der Kirchenmusik Fürth nahm Sirka Schwartz-Uppendieck im Oktober am Kongress „Musik in Kirche und Gemeinde“ in Erlangen teil. Im Workshop „Raum für Frauen in der Kirchenmusik“ referierte sie gemeinsam mit ihrer Berliner Kollegin Maria Scharwieß über Aspekte ihrer Arbeit. Und im Finale des großen Erlanger Orgelspaziergangs am Freitag, dem 26. Oktober 2012 spielte sie an der Goll-Orgel der Neustädter Kirche Kompositionen von Dorothea Hofmann und Maria Scharwieß sowie – als Uraufführung – das neueste Werk des Bamberger Komponisten Horst Lohse (*1943): „Cave cave Dominus videt. Reflexionen zur Madrider Tafel des Hieronymus Bosch“, ein Rezital für Orgel und Stimme, auf Worte von Michael Herrschel, der auch den Sprecherpart gestaltete.

Préludes à la poésie
Zwei von poetischen Werken inspirierte Klavierstücke des Komponisten Claude Roth (*1961) spielte Sirka Schwartz-Uppendieck am 20. Oktober 2012 in der Auferstehungskirche: „Une pente insensible / Va du monde réel à la sphère invisible“ (nach Victor Hugo) und „Bien loin d’ici“ (nach Charles Baudelaire). Tags zuvor, am 19. Oktober, hatte sie in Rummelsberg die Uraufführung der Stücke gespielt. Der Komponist war beide Male zu Gast und erläuterte anschaulich seine Werke.

Virtuose Akkordeonmusik
Am 7. Oktober 2012 stellte der Akkordeonist Daniel Zacher, Absolvent der Musikhochschule Nürnberg, in der Auferstehungskirche sein aktuelles Soloprogramm vor. Neben Klassikern der Moderne spielte er auch eine Uraufführung: die „Bagatelle“ von Lorenz Trottmann – als Vorschau auf Trottmanns dramatische Szene „Die Waisen“, die beim Abschlusskonzert der 49. Fürther Kirchenmusiktage am 25. November uraufgeführt wurde.

Herzschlag der Psalmen
Am 23. Juni 2012 wurden beim Sommernachtskonzert in St. Paul die „Symphoniae sacrae I“ von Dorothea Hofmann uraufgeführt: eine Vokalkomposition auf Worte des persischen Dichters Said. Die Komponistin schreibt dazu:
„Der Titel meiner Symphoniae sacrae ist von Heinrich Schütz, dem großartigen Komponisten und Textausdeuter des Frühbarock übernommen. Schütz, der „musicus poeticus“, brachte die Instrumente zum Sprechen, indem sie beinahe ausschließlich Motive der textierten Gesangsstimmen übernahmen und weiterführten, solcherart den gesamten Textinhalt tränkend. […] Saids Psalmen in ihrer lyrischen Eindringlichkeit, die zugleich heutig, aber auch ganz archaisch anmuten, die sich nicht an konfessionellen Schranken aufhalten […], waren mir Inspiration und riefen nach Vertonung.“
Die Komposition besteht aus drei kurzen Teilen, drei Gebeten. Den Vokalpart in der Uraufführung gestaltete Annette Kroll vom Staatstheater Nürnberg, die kantable Posaunenstimme spielte Ralf Bauer, den „Herzschlag der Psalmen“ intonierte Axel Dinkelmeyer an den Pauken, und Sirka Schwartz-Uppendieck bündelte die vielfältigen Klangfarben der Haupt- und Chororgel in der Paulskirche.

Pfingst-Feuer
Ebenfalls beim Sommernachtskonzert am 23. Juni 2012 brachte Sirka Schwartz-Uppendieck an der Walcker-Orgel von St. Paul ein weiteres Werk von Dorothea Hofmann zur Uraufführung: die „Toccata festeggiante“ für Orgel über Martin Luthers Pfingstchoral „Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist“. Auch hierzu ein Auszug aus dem Vorwort der Komponistin:
„Die Toccata atmet von Anfang an klangliche Größe, doch die prächtigen Akkorde sind wie Hilferufe, verstörend und verstört. Unruhe setzt ein und versucht die Oberhand zu gewinnen, virtuose Brillanz bricht sich in kalt-glitzernden Läufen die Bahn. Und endlich setzt der Choral im Pedal ein, majestätisch und voll archaischer Zuversicht, während nun die Virtuosität zu einer eigenen melodischen Linie gefunden hat, die sich, umspielt von funkelnden Akkordbrechungen, eigenwillig über dem Choral zum Dialog mit ihm entfaltet. Akkordkaskaden hallen nach dem Choral wie „Amen“-Rufe, und beruhigt findet die Toccata zurück zu ihrem Beginn.“

Klaviertrio mit Osterchoral
Strenge Polyphonie und jazziger Groove sind die Markenzeichen der Berliner Komponistin und Kantorin Maria Scharwieß. Ihre 2011/12 entstandenen Variationen über Martin Luthers Choral „Christ lag in Todes Banden“ wurden beim 13. Fürther Komponistinnenkonzet am 4. Mai 2012 in der Auferstehungskirche uraufgeführt: von Maria Schalk (Violine), Konstanze Friedrich (Violoncello) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier). Die einzelnen Variationen zogen sich wie ein roter Faden durch das Programm des Abends; dazwischen erklangen u.a. das Klaviertrio „Myrten und Platanen“ (eine moderne Fantasie über ein zyprisches Hirtenlied) von Dorothea Hofmann und das rhythmisch-zupackende Trio Nr. 4 von Dorothee Eberhardt.