Die Orgel in der Auferstehungskirche

Die Orgel der Auferstehungskirche wurde 1989 von der Orgelbaufirma Hartwig Späth (Freiburg im Breisgau) gebaut. Sie verfügt über 40 klingende Register auf drei Manualen und Pedal (III/P,40). Ihre farbige, reiche Intonation vereint die Epochen der frühen französischen Klassik (Spätbarock) um 1750 und der französischen Romantik um 1850.

Das Positiv (II. Manual) verkörpert den klassischen Anteil mit lebhaft-deutlicher Artikulation und leicht herbem, hellem Klangcharakter. Die Antithese dazu bildet das romantisch timbrierte Récit expressif (III. Manual) mit weicher Ansprache und glattem, streichendem, voluminösem Klangcharakter. Die Grand Orgue (I. Manual) stellt eine Synthese dar: in ihr verbinden sich barocker und romantischer Klang. Ihre Intonation ist im Grundstimmenbereich glatt und weich; bei der Doublette und Fourniture bietet sie eine lebendig-konturierte Artikulation und einen großen Obertonreichtum. Die Stimmung der Halbtonabstände ist bei der gesamten Orgel minimal ungleich. Daraus ergibt sich ein faszinierender Klangeffekt: eine unterschiedliche Färbung der Tonarten in dezenter Balance zwischen barocker Tonarten-Charakteristik und romantisch-enharmonischer Modulationsfähigkeit. Darüber hinaus verfügt die Orgel der Auferstehungskirche über kostbare Besonderheiten wie etwa ein chromatisch gestimmtes Carillon im Positiv.

In der guten tragfähigen Akustik der Auferstehungskirche werden, im Rahmen des Jahresprogramms der Kirchenmusik Fürth, Werke in verschiedensten Besetzungen aufgeführt: von Orgelpräludien, -sonaten und -symphonien über Lieder und Kammermusikwerke bis hin zu großen Chor- und Orchesterkompositionen mit solistischem Tasteninstrument. Dank ihres reichen Klangspektrums kam die Orgel der Auferstehungskirche bereits bei über 40 Uraufführungen zeitgenössischer Musik zum Einsatz, u.a. in Werken von Helmut Bieler, Mercè Capdevila, Volker Felgenhauer, Hans Gebhard, Barbara Heller, Dorothea Hofmann, Eva-Maria Houben, Horst Lohse, Karola Obermüller, Vivienne Olive, Grazia Salvatori, Silvia Sommer, Uwe Strübing und Thilo Wolf.

Disposition

III. Manual (C-a’’’, Récit expressif)
1) Cor de nuit 8’ (Nachthorn) 
2) Prestant 4’
3) Nazard 2⅔’
4) Tirce 1⅗’ (Terz) 
5) Plein jeu V  2’ (Organo pleno) 
6) Hautbois 8’ (Oboe) 
7) Trompette harmonique 8’
8) Clairon harmonique 4’
9) Flûte traversière  8’
10) Viole de Gambe  8’
11) Voix céleste 8’
12) Flûte octaviante 4’
13) Octavin 2’
14) Tremblant III fort
15) Octaves graves

II. Manual (C-a’’’, Positiv)
16) Bourdon 8’
17) Préstant  4’
18) Doublette 2’
19) Cymbale III
20) Cromorne 8’ (Krummhorn) 
21) Flûte 4’
22) Sesquialtera II
23) Larigot 1⅓’ (kleiner Nasat) 
24) Tremblant II doux
25) Koppel III/II
26) Carillon

I. Manual (C-a’’’, Grand Orgue)
27) Montre 8’
28) Prestant  4’
29) Doublette  2’
30) Fourniture IV (französische Mixtur) 
31) Cornet II-V
32) Trompette 8’
33) Bourdon 16’
34) Flûte harmonique  8’
35) Flûte à cheminée 8’ (Rohrflöte) 
36) Violoncelle 8’
37) Flûte douce 4’ (Blockflöte) 
38) Koppel III/I
39) Koppel II/I

Pedal (C-f’)
40) Grosse Flûte 16’
41) Flûte 8’
42) Octave  4’
43) Fourniture IV (französische Mixtur) 
44) Bombarde 16’ (französische Basstrompete) 
45) Trompette 8’
46) Soubasse 16’
47) Bourdon 8’
48) Koppel III/P
49) Koppel II/P
50) Koppel I/P

Gehäuse: klassizistisch, zum Teil alt, größtenteils rekonstruiert.
Spieltisch: freistehend mit Blick zur Orgel.
Spieltraktur: mechanisch, Registertraktur mechanisch und elektrisch mit 2 x 64 Setzerkombinationen.
Für Octaves graves und Doppelventile der Grand Orgue sind Barkerhebel eingebaut.